Archive for the ‘IT’ Category
Sicherheitslücke: Microsoft Bluetooth Stack OBEX Directory Traversal
Wednesday, January 28th, 2009Sehr interessant, und z.Zt. noch keine Abhilfe möglich, ausser KEINE Verbindung mit anderen bzw. unbekannten Personen herzustellen
Die Business Intelligence vom Franz
Friday, January 9th, 2009Ganz schwierig wird das heuer, die Sache mit der Wirtschaft. In der Politik sind sie sich denn auch alle völlig uneins.
Die Sozialdemokraten möchten einen “Deutschlandfond”, also öffentliche Investitionen – und niedrigere Abgaben. Die Union hingegen möchte “Mehr Netto vom Brutto”, also niedrigere Abgaben – und öffentliche Investitionen.
Erschwert wird das Ganze noch durch die CSU, die das gleiche will, aber anders und außerdem für sich reklamiert, vor der Bundeskanzlerin gewusst zu haben, was jene zu wollen hat. – Es ist halt richtig kompliziert!Da wär’s doch schön, einen Wirtschaftsexperten bei der Hand zu haben. Aber keinen, der glaubt, die Wahrheit gepachtet zu haben, bloß weil er Unsinn redet und gegenteilig heißt. Sondern einen wirklichen.
Es gibt ihn: den Franz. Der hat sie gepachtet. – Nein, nicht die Wahrheit, sondern die Wirtschaft, die am Loisachplatz in München. Der Franz zerbricht sich nie den Kopf über Konjunkturprogramme. Er ist eins.
Über die Feiertage etwa hat die Anschaffung eines WLAN-Access-Points angestanden. Seinetwegen (zwengs dem Franz) nun kauft man nicht nur dieses Gerät, sondern sich hernach auch noch eine Halbe Bier in seiner Wirtschaft.
Denn der Franz nutzt sie alle, diese neuen ökonomischen Trends, und zwar lange, bevor ihre Namen erfunden sind. Das One-to-One-Marketing zum Beispiel: Kaum, dass man seine Wirtschaft betreten hat, kommt er und stellt einem ein Helles hin – kein Dunkles und kein Weißbier, sondern eine Halbe Hell, weil er von jedem einzelnen seiner Gäste weiß, was der mag.So stellen sich doch alle das One2One vor, alle bis auf den Franz. Denn der weiß bis heute nicht, was das sein soll. Weil’s ihm wurscht ist.
Das wortreiche Marketing der anderen hingegen könnte zu einem großen Problem der bundesdeutschen Wirtschaft im Jahr 2009 werden: Vielleicht würde man ja wirklich tun, was heuer alle von einem wollen, und mehr kaufen, wenn einen diese ganzen Verkaufsstrategen nicht ständig daran hinderten…
“Machen Sie dem Kabelwirrwar(r) in Ihrem Heim- oder Büronetzwerk ein Ende”, steht auf der WLAN-Packung (orthographisch korrekte Schreibweise jeweils in Klammern). Der Access-Point eigne “sich ideal zur drahtlosen Übertragung großer Dateien und Streaming-Daten”.
Was glauben die eigentlich, warum man sich die Schachtel aus dem Regal beim Discounter gegriffen hat? – Weil sie sich so gut anfühlt?Viel interessanter wäre es doch beispielsweise gewesen, vorab zu erfahren, ob das Gerät eine IP-Adresse über DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol) akzeptiert oder eine feste benötigt. In letzterem Fall hätte man eben ein anderes genommen, weil’s sonst zu kompliziert wird im digital Home – daheim.Statt dessen aber wird einem nahegelegt: “Schöpfen Sie sämtliche Vorteile der drahtlosen Netzwerktechnologie aus.” – Nur zu diesem Zweck hat man doch diesen Laden betreten. Und trotzdem meinen diese Schlauberger, einen noch dazu auffordern zu müssen.
Aber so sind sie halt, diese Vermarkter. Sie können nicht anders. Es ist ein Reflex. Die versuchen, einen sogar noch zu einem Kauf zu überreden, zu dem man längst entschlossen ist. Mit anderen Worten: Sie sind chronisch zu spät dran!
Der Franz hingegen arbeitet stets just-in-time. “No oane?” fragt er, wenn die erste Halbe zur Neige geht, und schenkt gleichzeitig die zweite ein. Denn er weiß nicht nur, was seine Gäste trinken, sondern auch wie viel.
Der Mann ist die personifizierte Business Intelligence. Allerdings brächte es nichts, ihm das mitzuteilen, weil er’s nicht verstünde und es ihm außerdem gleichfalls wurscht wäre.
“Ist ja gut”, hört er seinen Gast stöhnen: Die Schachtel ist geöffnet. Und die Gebrauchsanleitung beginnt wie so oft mit “Glückwunsch!” sowie einer längeren Aufzählung der Vorteile, die es mit sich bringt, vom Hersteller des Access-Points zu kaufen.
“Blickst es net?” frozzelt der Franz, “schreibst bloß immer recht g’scheit drüber!” – Lediglich das erreichte hohe Maß an Kundenbindung und der Anblick der noch fast vollen Halben hindert einen daran, angesichts einer derart unangebrachten Bemerkung zum Wirtschaftsflüchtling zu werden.Tatsächlich enthält die Gebrauchsanleitung zur DHCP-Frage lediglich den Hinweis: “Gehen Sie sicher(,) das(s) eine richtige IP an ihrem (Ihrem) PC vergeben wurde.” – Ach so.Aber der Franz hat’s grad’ nötig, sind doch seine eigenen IT-Kenntnisse eher rudimentärer Natur: Computer seien “wie Frau’n”, philosophiert er, “faszinierend sans scho, aber Anfassen bringt immer Ärger mit sich.”
Man sieht’s ihm an: Eigentlich will er jetzt noch über seinen deplazierten Witz lauthals lachen, wovon ihn allerdings das Auftauchen der Wirtin abhält.
Jene wird von den meisten Gästen “Kathi” genannt. Angesichts ihrer aktuellen Gemütsverfassung würde man sie gegenwärtig jedoch höchstens “Katharina” rufen – wenn überhaupt. Sie bittet ihren Gatten, doch nicht in politisch unkorrekter Weise daherzureden, sondern sich statt dessen lieber hinter dem Tresen nützlich zu machen – oder, wie sie es ausdrückt: “Jetzt schleichst di abba scho!”Viele kleingedruckte Seiten mit Sicherheitshinweisen und zu den Gewährleistungsbedingungen sind der Packung noch beigelegt. Letztere laufen darauf hinaus, dass der Hersteller, von dem zu kaufen, so vorteilhaft ist, gar nicht dafür verantwortlich sein kann, wenn der Access-Point nicht funktionieren sollte. Man möge sich das Kleingedruckte “gründlich” durchlesen, heißt es.
Würde man stets gründlich durchlesen, was gründlich durchzulesen, man aufgefordert wird, man fände nie die Zeit, IT-Geräte zu installieren und anschließend weitere zu kaufen, geschweige denn, sich inhaltsschwerer Literatur zuzuwenden.
Wie viele Wörter mögen es wohl sein, die jährlich auf juristischen Beipackzetteln zu elektronischen Geräten in die Schachtel gesteckt werden, fragt man sich und nimmt einen großen Schluck. Und wie viel überflüssige stehen außen drauf?
Der Franz hingegen macht nie viele Worte. “No oane?” fragt er jetzt.
“No oane!”
Achim Killer
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WOW WotlK DVD defekt / Webinstaller
Thursday, November 13th, 2008also Freunde, bei BC war Chris dran, jetzt bin ich am Arsch …defekte DVD – nach ner Stunde Forenwelzerei *thx Gerdi*
1. Ihr könnt falls vorhanden – die Betainstall zum zocken nehmen
http://wow.gamona.de/index.php?unid=12819
2. Nutzt den Webinstaller – der hängt zwar ab und an – habe aber gute 1.3mb/sek ![]()
http://www.wow-europe.com/shared/downloads/protected/InstallWoW_deDE/InstallWoW.exe
ladet das DING nicht mit dem IE runter -> Fehler ! Über FF gings komischerweise – kA – der Laie staunt, der Fachmann wundert sich
Viel Erfolg!
My_Systems.gone von Achim Killer
Monday, November 3rd, 2008Auf was man doch so alles stößt in den Tiefen eines über viele Jahre gewachsenen Archivs! Auf uralte Manuskripte fürs Radio etwa.“Ein bisschen zäh war es heute auf der Systems-Pressekonferenz”, steht beispielsweise in einer txt-Datei im Verzeichnis Manus_93, “Erfolgsmeldungen sind für Computermessen ja Pflicht, aber die waren beim besten Willen nicht da, Negativmeldungen hingegen gibt es in Sachen Systems nicht, weil es sie nicht geben darf.”
Mit diesen Sätzen wurde vor vielen Jahren in einer aktuellen Sendung ein O-Ton des Messegeschäftsführers anmoderiert. Jener erläuterte, warum die Messe trotz rückläufiger Besucher- und Ausstellerzahlen irgendwie doch wieder eine tolle Sache gewesen sei.
“Systems1″ heißt das File – 8 Zeichen, mehr ging damals nicht. Erstellt wurde es mit Word 6 für DOS. – Damit lassen sich übrigens alte Textdateien auch heute noch öffnen, obwohl Windows dann immer anzeigt, es handele sich um ein OS/2-Programm.Richtig nostalgisch wird einem da zumute: Word mit seinem über die Escape-Taste anzusteuerndem Befehlsmenü, DOS, OS/2 und seit letzten Freitag auch die Systems – das alles ist nur noch Teil der jüngeren IT-Geschichte und damit ebenfalls Teil der eigenen. Und zwar einwichtiger: Was konnte man auf der Systems doch alles lernen!“Verstehen Sie eigentlich, was die hier so reden?” fragte seinerzeit Dr. A, der klügste Kopf, der sich jährlich die Messe anschaute. – Auf der Hauptpressekonferenz analysierte er jedes Mal im Auftrag der Systems-Veranstalter die Situation der Branche. – Womöglich weil er bei seiner Frage das verlegene Flackern im Blick des Berufsanfängers bemerkt hatte, fügte er dann noch hinzu: “Also ich versteh’ das nicht.”
Das war der Schlüsselsatz! Wiederholt von einem vom Radio mit Mikrophon in der Hand, wirkte er in den Messehallen wie eine Alphabetisierungskampagne für Marketing-Kreolen.
Jene konnten dann plötzlich in einigermaßen gutem Deutsch erklären, was sie an ihrem Stand so zeigten. Die Folgerungen aus dem Schlüsselsatz mussten dazu meist gar nicht mehr ausgesprochen werden: “…und was ich nicht versteh, versteht der Hörer nicht. Und was der Hörer nicht versteht, kommt nicht ins Radio.”
Es war eine gemeine Drohung. Aber so ist das halt: Wer mit Information über die Informationstechnologie sein Geld verdient, darf sich auf Desinformation gar nicht erst einlassen. Und etwas verstehen kann man nur, wenn man sich zunächst darüber bewusst wird, es nicht verstanden zu haben. Das stößt Lernprozesse an.
Auch bei anderen zeigt es Wirkung. “Wie stellen Sie die Cache-Kohärenz (den Abgleich der Zwischenspeicher) her, wenn Sie für Ihre ehrwege-Systeme keine ‘Äss-Eitsch-Wies’ (SHV – Standard High Volume Boards von Intel) verwenden?” war eine Frage, die Server-Verkäufern jedes Mal die engen Grenzen ihres Wissens aufzeigte. Die stellten dann in der Regel sofort ihre belanglosen Plaudereinen über Business-Anforderungen im Internet-Zeitalter ein, um Techniker zu suchen, die die absonderliche Frage zu beantworten in der Lage waren und von denen man deswegen auch ansonsten einiges Interessante erfahren konnte.Überhaupt dieses Internet mit seinen vielen Protokoll-Ebenen, das war Anfangs überhaupt nicht zu begreifen. Bis dann ein Schreiber mit Fernmeldetechnik-Studium einem im Pressezentrum die Sache mit dem ISO/OSI-Referenzmodell erklärte: “Man kann mit einander sprechen oder sich schreiben (Physical Layer) auf Deutsch oder Englisch (PresentationLayer) über Fußball oder byzantinische Ikonographie (Application Layer), und alle anderen Kommunikationsprobleme finden auf den Layern 2 bis 5 statt.”
Herrlich! Die ganze Welt der modernen Datenkommunikation klarte an diesem trüben Herbsttag im Münchner Messezentrum auf und präsentierte sich dem Neuling in sieben Schichten und in ihrer klassischen Schönheit.
Oder die Sache mit dem OLAP-Cube (Online Analytical Processing), ein multidimensionaler Würfel, also einer der mehr ist als breit, hoch und tief – unvorstellbar einen gewöhnlichen, noch von der Schulmathematik geprägten Verstand. Ein Whitepaper schaffte da Abhilfe und illustrierte, dass es sich dabei um die geschickte Anordnung von Datenbanktabellen handelt, um ein bisschen Business Intelligence auf die Chefetage zu bringen. – Früher lagen solche Papiere an Messeständen aus.Und jetzt ist’s vorbei. Die Systems gibt’s nicht mehr. “Aktuelle Presseinformationen zur Systems, Messe für IT, Medien und Kommunikation2.htm” heißt das File, das seit einer Woche im Netz steht und mit dem das Aus bekannt gegeben wird.Viel ist passiert zwischen der Erstellung der beiden Dokumente, desjenigen aus dem Archiv und desjenigen von der Messepressestelle:
Betriebssysteme beispielsweise beherrschen inzwischen lange Dateinamen.
Und was die Messe selbst anbelangt? – Na ja, in der letzten Datei steht: “Die Systems schließt in diesem Jahr nicht nur nach Zahlen in einer starken Position. Als Erfolg verbuchen wir vor allem die Rückkehr vieler internationaler IT-Schwergewichte” (O-Ton Messegeschäftsführer). – Ja, richtig nostalgisch wird einem da doch zumute.Achim Killer
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Microsoft Azure & Cloud Computing
Wednesday, October 29th, 2008Preiswürdiges von Achim Killer
Tuesday, October 21st, 2008Eine Woche war das wieder – wie ein Stück Software: highly awarded. Sowas schreiben IT-Firmen ja gerne über ihre Programme neben den obligatorischen Hinweisen auf den ROI (Return on Investment) und die Benutzerfreundlichkeit.
Wer wirklich etwas wissen will, muss allerdings meist lange nachfragen, bis sich überhaupt jemand findet, der Erwähnenswertes über ein Software- System sagen kann. Verkäufer denken halt in Powerpoint-Präsentationen und tun sich deswegen mit dem sprachlichen Konstrukt des Prädikats –
deutsch: Satzaussage – doch arg schwer.Ein Preis hingegen geht immer, vorzugsweise wenn er von jener Computer- Zeitschrift vergeben wird, die die Firma mit ihren Anzeigen finanziert.
Ähnliche Auszeichnungen nun wurden diese Woche auch in einer anderen Branche vergeben: der deutsche Fernsehpreis.
Einer davon sollte an Marcel Reich-Ranicki verliehen werden, an einen übermütigen und kraftstrotzenden 88-jährigen Jüngling, in einem Festsaal voller – im Durchschnitt wohl – halb so alter Greise. Er könne “diesen Gegenstand nur jemandem vor die Füße werfen” dröhnte er. Andere – exemplarisch für sie steht Marco Schreyl (Deutschland sucht denSuperstar) – nahmen wiederum dankbar an.Allerdings ist Reich-Ranicki niemand, den am Sonntag die Seichtigkeit deutscher Fernsehunterhaltung in seinem literarischen Elfenbeinturm wie ein Blitz getroffen hätte. Im Gegenteil: Er ist jemand, der eine gute Show zu inszenieren weiß.
Und das hat der Medien-Profi den versammelten Amateur-Witzbolden und Serien-Langweilern demonstriert. That’s entertainment! Live, dramaturgisch perfekt und mit einem Star-Darsteller in der Hauptrolle.
Die sicherlich würdevollste Verleihung eines deutschen Fernsehpreises, seit jener “Gegenstand” in Plexiglas gegossen wird.
Am Montag dann wurde bekanntgegeben, wer den diesjährigen Wirtschaftsnobelpreis bekommt. Auch das ist diesmal anders.
Denn bislang ist es ein eher dröges Ritual gewesen: Zuerst steht nur der Name des Geehrten in der Zeitung und die alte Geschichte, dass diese Auszeichnung nicht auf Alfred Nobel zurückgeht, sondern von der schwedischen Reichsbank in Gedenken an jenen gestiftet wurde. – Zeitungsschreiber müssen halt auch die vorgegebenen Zeilen füllen. – Erst am folgenden Tag erfährt man in der Regel, was der Ausgezeichnete denn so erforscht hat.
Und das alles hängt miteinander zusammen: Die Wirtschaftswissenschaft ist so eine Art Theologie. Ihre zentralen Kategorien sind Vertrauen, das wiederherzustellen, den deutschen Steuerzahler jetzt bis zu 400 Milliarden Euro kostet, und Glaube, “welcher höher ist denn alle Vernunft” (Philipper, Kap. 4, Vers 7) in dem Fall an die universelle Kraft des Marktes.
Auch Laien wie der Staatswissenschaftler Otto Graf Lambsdorff können davon beseelt sein. Mit einem “liberalisierenden Ansatz von Marktwirtschaft” lasse sich die gegenwärtige “Vertrauenskrise in den Griff bekommen” sagte er dieser Tage im Deutschlandfunk. – Ja, eines starken Glaubens bedarf es, um so ein Bekenntnis allen Anfechtungen der Vernunft zum Trotz abzulegen.Den quasi hohen Priestern des Marktes, also den Wirtschaftswissenschaftlern, obliegt es, ihre Glaubenssätze gegen die profane Wirklichkeit zu verteidigen. Sie bedienen sich dazu der Infinitesimalrechnung, welche in etwa so populär ist wie die lateinische Liturgie.
Deshalb brauchen Zeitungsschreiber meist einen Tag, bevor sie etwas zur Forschungsarbeit eines Preisträgers in Blatt heben können. Und der erfolgreiche Geschäftsmann Alfred Nobel hielt überhaupt nichts von der Wirtschaftswissenschaft.
Diesmal aber ist’s anders: Der nominierte Paul Krugman glaubt nicht an die mysteriösen Gesetze des Marktes. Er hält es statt dessen für sinnvoll, wirkliche Gesetze zu erlassen, damit ein geordneter Markt richtig funktionieren kann.
Paul Krugman unterscheidet sich von früheren Nobelpreisträgern in etwa so wie Marcel Reich-Ranicki von Marco Schreyl. Und darüber hinaus beherrscht er wie der wortgewaltige Literaturkritiker seine
Muttersprache: Als “Know-Nothingism” bezeichnet er die Glaubenssätze der Markt-Fundamentalisten. That’s Infotainment!
Gleich zwei würdige Preisträger also in nur einer Woche! So eine Trefferquote hat Seltenheitswert.
Man fragt sich allerdings, wenn man sich mit Paul Krugman befasst, warum der von ihm postulierte Know-Nothingism nicht nur die Wirtschaftstheoretiker, sondern auch die Praktiker in den Vorständen und Aufsichtsgremien der Banken erfasst hat. Die IT-Industrie offeriert doch jede Menge und “vielfach ausgezeichnete” Tools fürs Risk-Management und um ein bisschen Wissen auch auf die Chefetage zu bringen.
Sie bietet Data Warehouses an, MIS und EIS (Management und Executive Informationsystems), kurz: Business Intelligence. – Es dürfte wohl daran liegen, dass es nicht genügt intelligente Systeme bloß in Binaries zu packen. Intelligenz muss schon auch neuronal implementiert werden.Vielleicht könnte da ja das Vorbild von Marcel Reich-Ranicki Abhilfe schaffen. Man stelle sich das einmal vor: eine IT-Broschüre, verfasst in gutem Deutsch! Doch, die Welt, sie wäre ein klein bisschen besser, wenn man die Wortgewalt eines alten Polterers in den Dienst der IT stellen würde.
Achim Killer
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